Donnerstag, 23. Mai 2013

Tag 33-40: Donnerstag bis Mittwoch

Donnerstag:
Immer noch auf das Express-Paket aus Deutschland wartend haben wir einen entspannten Tag am Meer verbracht. Den Wellen konnte Matze nun doch nicht länger widerstehen. Also ab in den Neopren! Nach ersten frustranen Versuchen bei starker Brandung, gönnte uns Franka eine 2,5 stündige Mittagsschlafpause. Diese Zeit wurde mit kräftigem Sonnenbad am Pool genutzt. Am Abend gelangen Matze dann einige sehenswerte Wellenrutscher in den Fluten.

Japp!
Abends lernten wir dann das schweizer Pärchen, Esther und Andre, näher kennen und tranken gemeinsam einen 43er mit Milch und sardisches Bier, bei nettem Plausch bis 1 Uhr nachts.


Freitag:
Am Freitag warteten wir voller Hoffnung auf die sardischen Paketdienste...leider ergebnislos.
Deshalb fuhren wir im Nachmittag auf die nahe gelegene Hochebene Golgo.
Im Bergdorf Baunei, welches auf etwa 480 m liegt geht es rasant in steilen Serpentinen auf ca. 750 m.





Baunei von oben

Von hier oben konnten wir herrlich über das Tal bis hin zum Meer blicken. Inmitten der traumhaften Macchia, genossen wir die Ruhe zwischen Eseln, Kühen, Schweinen und Schafen, die unseren Weg kreuzten.





Auzssichtspunkt Golgo


Am Abend wurden wir dann von unseren Nachbarn zu der berühmten St.Gallener Bratwurst, Olmer genannt, eingeladen. Diese äußert delikate Kalbswurst durften wir frisch gegrillt genießen.
An dieser Stelle soll ein Insidertipp an euch weitergegeben werden:
Jeder St.Gallener erkennt einen nicht St.Gallener am Verzehr der Bratwurst:
mit Senf oder Ketchup = nicht Kenner und damit von auswärts,
ohne Senf oder Ketchup = Kenner und damit Insider!
Und das zurecht! Die Wurst ist mal richtig lecker. Mit Senf und Ketchup würde der Genuss nur getrübtJ
Nach weiterem Austausch einiger weiterer Lebensanekdoten wurde sich für den nächsten Tag in der Cala Goloritzé verabredet.

Samstag: Nachdem wir bei sämtlichen Rezeptionistinnen vermutlich schon mit Steckbrief mit der Überschrift „Package wanted“ bildlich geführt wurden, mussten Sie uns an diesem Morgen leider wieder enttäuschen.
Deshalb fuhren wir dann bester Dinge erneut Richtung Hochebene Golgo und steuerten den Wanderweg zur Gala Goloritzé an. Leider vergaßen wir vor der ca. ½ stündigen Fahrt die Trage der Tochter. Aus diesem Grund wurden Tochter und Mutter auf der Hochebene bei einer Snackbar zwischen einigen Bikern zurückgelassen und der Vater fuhr die Tour entsprechend zurück.
Randnotiz: Die Schuldfrage wurde zwar diskutiert, konnte aber nicht abschließend geklärt werden.

Die Wanderung war extrem schön. Die Macchia auf Sardinien formt eine wirklich liebliche Landschaft mit Schatten spendenden Korkeichen und blühenden Büschen und Sträuchern. Das Ganze unterbrochen von einzelnen Felswänden und Lichtungen.

Frau mit Kind

Die komplette Ruhe um uns herum, lediglich unterbrochen von einzelnen Quiekern der schweinischen Nachkunft, die Gefallen an den Eicheln gefunden haben.





Mann ohne Hut
Unterschlupf

Nach ca. 1,5 Stunden konsequenten Absteigens wurden wir von einem überwältigenden Blick auf leuchtend türkisblaues Wasser und weißem Sandstrand belohnt.




Geht
 
Jede weitere Beschreibung spottet der Realität. Wir belassen es an dieser Stelle bei den Bildern.

Die Nadel des Schicksals

Cala Goloritze

 Der ebenso lange Aufstieg wurde nicht nur von weiteren schönen Aussichten und Eindrücken belohnt.


Aufstieg

 Bei Ankunft auf dem Campingplatz wurden wir von Paket aus Bochum empfangen.
Vielen lieben Dank für die Sendung und Hilfe nach Bochum zu den Siebels.
Ihr erhebt unsere bildlastigen Retrospektiven und die Laune des Fotografen auf das gewohnte Niveau zurück.

Sonntag:
Reisetag! Nachdem die Kamera nun angekommen war und wir am Ende 11 ungeplante Nächste auf dieser Trauminsel verbringen durften, mussten Entscheidungen getroffen werden.  Sollten wir Korsika für 2-3 Tage besuchen oder direkt auf das französische Festland übersetzen???
Da uns 2-3Tage für die „Schöne“, wie Korsika auch genannt wird, nicht als ausreichend erschienen, entschlossen wir uns für das französische Festland.
Um wie geplant an einem Tag von der Mitte Sardiniens nordlich zur Fähre nach Korsika und dann weiter zum Abfahrtshafen in Ajaccio zu gelangen, um dort noch die Nachtfähre nach Toulon/Marseille zu erwischen, hieß also morgens früh um 8:00 Uhr Abfahrt Richtung Santa Teresa von wo aus die Fähre nach Bonifacio (Korsika) ablegt.
Zuletzt wurden noch Kontaktdaten mit den Schweizern ausgetauscht. (wir erinnern uns an die 70 Euro Vignetten für ein Jahr Schweiz, das könnte sich ggf. noch lohnen).
Wir erreichten den Hafen von Santa Teresa pünktlich genug, um uns das Dörfchen noch ein wenig zu Gemüte zu führen und den Pansen zu füllen.

Santa Teresa

Santa Teresa 2
 Nach 50-minütiger Schaukelei auf dem Schiff, kamen wir in Bonifacio an und fuhren direkt weiter nach Ajaccio. Die landschaftlichen Eindrücke, die wir auf der Fahrt gewinnen durften, regten uns auf jeden Fall an, Korsika als Reiseziel nicht aus den Augen zu verlieren.




auf blauem Grund nach Korsika

 Bei Ajaccio konnte dann noch zeitnah das Ticket gekauft werden und Franka fütternd ging es um 10 Uhr wieder erheblich schaukelnd Richtung Toulon.



Ajaccio Hafen

Wasserbett


Montag:
Nachdem wir morgens Toulon erreicht hatten, ging es zügig vom Schiff (diesmal organisiert,ohne Beulen, Macken, Schrammen oder sonstige Einbußen der Fahrgeräte) und wir landeten nach 2,5 Stunden herrlich eintönigem Autobahnfahren auf breiten Straßen Cap d´Agde.

Montag und damit Frankas Geburtstag:
Diesen Tag möchten wir nicht nur für einige Lobeshymnen der stolzen Eltern auf die großartige Tochter nutzen, sondern auch den aktuellen Entwicklungsstand der kleinen Motte festhalten. Besonders für alle Großeltern, die den ersten Geburtstag mit Franka aus der Ferne feiern mussten.
Vor einem Jahr kam die kleine Franka auf die Welt. Mit 2900 g und 53cm gar nicht mal so viel Mensch. Wenn wir nun auf die Zeit zurück blicken, fühlen sich vor allem die erste Tage im Krankenhaus fast ein bissel unwirklich an. Es kam uns vor, wie in einer Luftblase. Besonders! Besonders schön! Aufregend, Lebens verändernd!
Und vor allem war da sofort ein Gefühl: das Gefühl der Bedingungslosigkeit. Eine bedingungslose Dazugehörigkeit zu unserem Leben, eine bedingungslose Liebe für ein so kleines Wesen.
Aber natürlich gab es auch schwierigere Phasen. Besonders in den ersten 3 Monaten gab es Tage, die uns an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht haben.
Die engsten der uns hier begleitenden Blogleser waren dabei und haben uns in diesen Tagen mit Rat und Tat und offenen Ohren zur Seite gestanden.

Franka ist für uns natürlich etwas ganz Besonderes. Was macht sie zu etwas Besonderem?
Vom ersten Tag an war Franka ein Baby, dass uns unheimlich wach vorkam. Die Augen guckten schnell pfiffig und interessiert aus der Wäsche und das ist bis heute so geblieben.
Sie hat uns kaum Schranken aufgezeigt und alles mitgemacht, was wir uns als Eltern so vorstellen konnten. Ob das Partys, Hochzeiten, Urlaube oder Grillfeten waren – sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und überstand (das ein oder andere mal auch mit Schallschutz auf den Ohren) alles mit einer sehr gelassenen Art.
Zudem lacht Franka ständig und für ihr Leben gern und strahlt häufig über das ganze Gesicht. Diese freundliche und aufgeschlossene Art zeigte sie uns früh und begeisterte uns mit ihrem Gekicher und Gequieke.

Schnell hatte man dadurch das Gefühl, dass sie ein recht ausgeglichenes Wesen mitbringt. Aiuch glauben wir ihr ein Sicherheitsgefühl zugeben, da sie besonders  in neuen Situationen (erste Badewanne, erste Schifffahrt, erste Schritte, Tierkontakt, andere Kinder usw.) keinerlei Scheu zeigt.
In einem so kurzen Jahr kann wirklich unheimlich viel passieren. Die Entwicklung, die Franka vollzogen hat lässt uns immer wieder staunen.




Und natürlich ist in den letzten fünf Wochen, die wir jetzt unterwegs sind, auch viel passiert.
Mittlerweile spielt Franka gerne selbst Verstecken. Dafür hält sie sich gerne Decken, Pullis oder ähnliche Textilien vor den Kopf und zieht es sich selbst wieder runter.
„Kuck Kuck!“

Außerdem krabbelt die Maus nun endlich. Man muss sagen, dass sie ihre Hauptenergie bisher nicht in das Thema Fortbewegung gesteckt hat. Dafür ist sie feinmotorisch weit vorne.

Klappdeckel von Sonnencremes, der Schnappverschluss von Nukki-Ketten, Brillenetuis, Umblättern in Büchern - alles keine Herausforderungen mehr.

Jeder Krümmel auf dem Boden und jedes Steinchen im Sand wird gefunden. Dann allerdings auch direkt in den Mund gesteckt, was das elterliche Reaktionsvermögen zusehends schult.
Außerdem quatscht Franka für ihr Leben gern. Auch wenn sie kein Wort sprechen kann. Lalalalala, bababababa, dadadadada, jajajajajajajaja, neineineinei.....





Stundenlang kann das gehen, besonders während der Autofahrten oder beim Buch lesen. Uns bleibt natürlich vollkommen unklar, woher sie das hat!
Laufen liegt groß im Trend. Von 2-händiger Unterstützung, konnte mittlerweile bequem auf 1-händigübergegangen werden. Wenn auch noch etwas hektisch und unkonzentriert drehtsie sich gern mal im Kreis. Insgesamt läuft es sich aber zunehmend zügig und koordiniert.


Der Wohnwagen fördert das stetige rumhangeln des Kindes von einer ecke in die andere.
Dies führt dazu, dass Franka sich besonders gerne im Eingangsbereich des Wohnwagen „versteckt“ und immer wieder um die Ecke schaut...in Erwartung der sie jagenden Eltern - um dann quietschend und quiekend vor Freude hektisch nach links und rechts zu wuseln um uns zu „entkommen“.














Das Essen der Eltern wird immer spannender. Von Spaghetti Bolognese, über Spaghetti Aglio e Olio bis hin zu Spaghetti mit Pesto (ja wir waren halt in Italien) wurde alles mit Begeisterung verspeist.
Gellati noch und nöcher und dazu Weißbrot. Also alles was das gesunde Babyherz begehrt.




 Sobald irgendetwas motorisiertes um die Ecke kommt, sei es ein Rasenmäher, Hochdruckreiniger, Motorräder oder Autos, wird alles stehen und liegen gelassen und hektisch umher geschaut um das Geschehen nicht zu verpassen.




Ach ja und die bereits erwähnten Bücher werden derzeit an der Frankischen Börse
hoch gehandelt. Besonders beim Aufwachen oder zum Einschlafen wird zum Buch gegriffen und geblättert und „gelesen“.
 


Lieblingsspiel zwischen Vater und Tochter ist das so genannte „Knuddelkloppen“. Das Kind und der Vater schmeißen sich aufeinander und von links nach rechts. Dabei wird gekitzelt und gekrabbelt, bis einer von beiden nicht mehr kann.

Die Interaktion zwischen Franka und uns wird also immer stärker. Den Höhepunkt erreicht diese, wenn Franka und wir gemeinsam Grimassen schneiden. Dabei verharrt Franka kurz mit weit aufgerissenen Augen und kugelt sich dann lachend weg!
Der absolute Hammer!

 
 





Also liebe Franka: 
Wir freuen uns über jeden Tag mit dir und genießen die gemeinsame Zeit in vollen Zügen. Jetzt und auch in Zukunft. Wir lieben Dich...



Alles Gute zum ersten Geburtstag
 


Dienstag:
Dienstag schauten wir uns Cap d´agde und Umgebung an. Dabei wurde köstlich im Hafen von Marseillan gespeist. Anschließend fuhren wir ins griechische Altstadtviertel Agde. Diese alte Hafenstadt bestach durch viele bunte Fensterläden, eng Gassen und windschief Häuser. Wirklich hübsch anzusehen.




Mittwoch:
Heute wurde die Fahrt nach Lacanau Océan angepeilt. Um halb zwölf fuhren wir los und kamen um 19:00 Uhr in Lacanau an. Diese wirklich lange Strecke wurde gut, aber am Ende müde überstanden. Nun hieß es wieder einmal (und eines der letzteren Male) Wohnwagen ausrichten, Zelt aufbauen. Zur Sicherheit wird morgen dann noch der Fernseher eingestellt (Samstag Champions League Finale!!!!!!ohhhoh).
So nun schnell noch Nahrung besorgen! Gute Nacht.


1 Kommentar:

  1. So Leute, geile Bilder, muss man schon sagen und herzliche Glückwünsche an Franka nachträglich!

    Schade, dass es für Korsika nicht mehr gereicht hat, aber über Sardinien sagt man, dass es genauso schön sei.

    Übrigens: In Iserlohn hat es vorgestern geschneit, kein Scherz!

    Es grüßt
    Des Ost-Berliners Lieblingsaramäer

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