Tag 33-40: Donnerstag bis Mittwoch
Donnerstag:
Immer noch auf das Express-Paket aus Deutschland wartend
haben wir einen entspannten Tag am Meer verbracht. Den Wellen konnte Matze nun
doch nicht länger widerstehen. Also ab in den Neopren! Nach ersten frustranen Versuchen
bei starker Brandung, gönnte uns Franka eine 2,5 stündige Mittagsschlafpause.
Diese Zeit wurde mit kräftigem Sonnenbad am Pool genutzt. Am Abend gelangen Matze
dann einige sehenswerte Wellenrutscher in den Fluten.
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| Japp! |
Abends lernten wir dann das schweizer Pärchen, Esther und
Andre, näher kennen und tranken gemeinsam einen 43er mit Milch und sardisches
Bier, bei nettem Plausch bis 1 Uhr nachts.
Freitag:
Am Freitag warteten wir voller Hoffnung auf die sardischen
Paketdienste...leider ergebnislos.
Deshalb fuhren wir im Nachmittag auf die nahe gelegene
Hochebene Golgo.
Im Bergdorf Baunei, welches auf etwa 480 m liegt geht es
rasant in steilen Serpentinen auf ca. 750 m.
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| Baunei von oben |
Von hier oben konnten wir herrlich über das Tal bis hin zum
Meer blicken. Inmitten der traumhaften Macchia, genossen wir die Ruhe zwischen
Eseln, Kühen, Schweinen und Schafen, die unseren Weg kreuzten.
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| Auzssichtspunkt Golgo |
Am Abend wurden wir dann von unseren Nachbarn zu der
berühmten St.Gallener Bratwurst, Olmer genannt, eingeladen. Diese äußert
delikate Kalbswurst durften wir frisch gegrillt genießen.
An dieser Stelle soll ein Insidertipp an euch weitergegeben
werden:
Jeder St.Gallener erkennt einen nicht St.Gallener am Verzehr
der Bratwurst:
mit Senf oder Ketchup = nicht Kenner und damit von auswärts,
ohne Senf oder Ketchup = Kenner und damit Insider!
Und das zurecht! Die Wurst ist mal richtig lecker. Mit Senf und
Ketchup würde der Genuss nur getrübtJ
Nach weiterem Austausch einiger weiterer Lebensanekdoten
wurde sich für den nächsten Tag in der Cala Goloritzé verabredet.
Samstag: Nachdem wir bei sämtlichen Rezeptionistinnen
vermutlich schon mit Steckbrief mit der Überschrift „Package wanted“ bildlich
geführt wurden, mussten Sie uns an diesem Morgen leider wieder enttäuschen.
Deshalb fuhren wir dann bester Dinge erneut Richtung
Hochebene Golgo und steuerten den Wanderweg zur Gala Goloritzé an. Leider
vergaßen wir vor der ca. ½ stündigen Fahrt die Trage der Tochter. Aus diesem
Grund wurden Tochter und Mutter auf der Hochebene bei einer Snackbar zwischen
einigen Bikern zurückgelassen und der Vater fuhr die Tour entsprechend zurück.
Randnotiz: Die Schuldfrage wurde zwar diskutiert, konnte
aber nicht abschließend geklärt werden.
Die Wanderung war extrem schön. Die Macchia auf Sardinien
formt eine wirklich liebliche Landschaft mit Schatten spendenden Korkeichen und
blühenden Büschen und Sträuchern. Das Ganze unterbrochen von einzelnen
Felswänden und Lichtungen.
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| Frau mit Kind |
Die komplette Ruhe um uns herum, lediglich
unterbrochen von einzelnen Quiekern der schweinischen Nachkunft, die Gefallen
an den Eicheln gefunden haben.
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| Mann ohne Hut |
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| Unterschlupf |
Nach ca. 1,5 Stunden konsequenten Absteigens wurden wir von
einem überwältigenden Blick auf leuchtend türkisblaues Wasser und weißem
Sandstrand belohnt.
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| Geht |
Jede weitere Beschreibung spottet der Realität. Wir belassen
es an dieser Stelle bei den Bildern.
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| Die Nadel des Schicksals |
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| Cala Goloritze |
Der ebenso lange Aufstieg wurde nicht nur von weiteren
schönen Aussichten und Eindrücken belohnt.
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| Aufstieg |
Bei Ankunft auf dem Campingplatz
wurden wir von Paket aus Bochum empfangen.
Vielen lieben Dank für die Sendung und Hilfe nach Bochum zu
den Siebels.
Ihr erhebt unsere bildlastigen Retrospektiven und die Laune
des Fotografen auf das gewohnte Niveau zurück.
Sonntag:
Reisetag! Nachdem die Kamera nun angekommen war und wir am
Ende 11 ungeplante Nächste auf dieser Trauminsel verbringen durften, mussten
Entscheidungen getroffen werden. Sollten
wir Korsika für 2-3 Tage besuchen oder direkt auf das französische Festland
übersetzen???
Da uns 2-3Tage für die „Schöne“, wie Korsika auch genannt
wird, nicht als ausreichend erschienen, entschlossen wir uns für das
französische Festland.
Um wie geplant an einem Tag von der Mitte Sardiniens
nordlich zur Fähre nach Korsika und dann weiter zum Abfahrtshafen in Ajaccio zu
gelangen, um dort noch die Nachtfähre nach Toulon/Marseille zu erwischen, hieß
also morgens früh um 8:00 Uhr Abfahrt Richtung Santa Teresa von wo aus die
Fähre nach Bonifacio (Korsika) ablegt.
Zuletzt wurden noch Kontaktdaten mit den Schweizern ausgetauscht.
(wir erinnern uns an die 70 Euro Vignetten für ein Jahr Schweiz, das könnte
sich ggf. noch lohnen).
Wir erreichten den Hafen von Santa Teresa pünktlich genug,
um uns das Dörfchen noch ein wenig zu Gemüte zu führen und den Pansen zu
füllen.
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| Santa Teresa |
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| Santa Teresa 2 |
Nach 50-minütiger Schaukelei auf dem Schiff, kamen wir in
Bonifacio an und fuhren direkt weiter nach Ajaccio. Die landschaftlichen
Eindrücke, die wir auf der Fahrt gewinnen durften, regten uns auf jeden Fall
an, Korsika als Reiseziel nicht aus den Augen zu verlieren.
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| auf blauem Grund nach Korsika |
Bei Ajaccio konnte dann noch zeitnah das Ticket gekauft
werden und Franka fütternd ging es um 10 Uhr wieder erheblich schaukelnd
Richtung Toulon.
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| Ajaccio Hafen |
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| Wasserbett |
Montag:
Nachdem wir morgens Toulon erreicht hatten, ging es zügig
vom Schiff (diesmal organisiert,ohne Beulen, Macken, Schrammen oder sonstige
Einbußen der Fahrgeräte) und wir landeten nach 2,5 Stunden herrlich eintönigem
Autobahnfahren auf breiten Straßen Cap d´Agde.
Montag und damit Frankas Geburtstag:
Diesen Tag möchten wir nicht nur für einige Lobeshymnen der
stolzen Eltern auf die großartige Tochter nutzen, sondern auch den aktuellen
Entwicklungsstand der kleinen Motte festhalten. Besonders für alle Großeltern,
die den ersten Geburtstag mit Franka aus der Ferne feiern mussten.
Vor einem Jahr kam die kleine Franka auf die Welt. Mit 2900
g und 53cm gar nicht mal so viel Mensch. Wenn wir nun auf die Zeit zurück
blicken, fühlen sich vor allem die erste Tage im Krankenhaus fast ein bissel
unwirklich an. Es kam uns vor, wie in einer Luftblase. Besonders! Besonders
schön! Aufregend, Lebens verändernd!
Und vor allem war da sofort ein Gefühl: das Gefühl der
Bedingungslosigkeit. Eine bedingungslose Dazugehörigkeit zu unserem Leben, eine
bedingungslose Liebe für ein so kleines Wesen.
Aber natürlich gab es auch schwierigere Phasen. Besonders in
den ersten 3 Monaten gab es Tage, die uns an die Grenzen der Belastbarkeit
gebracht haben.
Die engsten der uns hier begleitenden Blogleser waren dabei
und haben uns in diesen Tagen mit Rat und Tat und offenen Ohren zur Seite
gestanden.
Franka ist für uns natürlich etwas ganz Besonderes. Was
macht sie zu etwas Besonderem?
Vom ersten Tag an war Franka ein Baby, dass uns unheimlich
wach vorkam. Die Augen guckten schnell pfiffig und interessiert aus der Wäsche
und das ist bis heute so geblieben.
Sie hat uns kaum Schranken aufgezeigt und alles mitgemacht,
was wir uns als Eltern so vorstellen konnten. Ob das Partys, Hochzeiten,
Urlaube oder Grillfeten waren – sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und überstand
(das ein oder andere mal auch mit Schallschutz auf den Ohren) alles mit einer
sehr gelassenen Art.
Zudem lacht Franka ständig und für ihr Leben gern und
strahlt häufig über das ganze Gesicht. Diese freundliche und aufgeschlossene
Art zeigte sie uns früh und begeisterte uns mit ihrem Gekicher und Gequieke.

Schnell hatte man dadurch das Gefühl, dass sie ein recht ausgeglichenes Wesen
mitbringt. Aiuch glauben wir ihr ein Sicherheitsgefühl zugeben, da sie
besonders
in neuen Situationen (erste
Badewanne, erste Schifffahrt, erste Schritte, Tierkontakt, andere Kinder usw.)
keinerlei Scheu zeigt.
In einem so kurzen Jahr kann wirklich unheimlich viel
passieren. Die Entwicklung, die Franka vollzogen hat lässt uns immer wieder
staunen.

Und natürlich ist in den letzten fünf Wochen, die wir jetzt
unterwegs sind, auch viel passiert.
Mittlerweile spielt Franka gerne selbst Verstecken. Dafür
hält sie sich gerne Decken, Pullis oder ähnliche Textilien vor den Kopf und
zieht es sich selbst wieder runter.
„Kuck Kuck!“
Außerdem krabbelt die Maus nun endlich. Man muss sagen, dass
sie ihre Hauptenergie bisher nicht in das Thema Fortbewegung gesteckt hat.
Dafür ist sie feinmotorisch weit vorne.
Klappdeckel von Sonnencremes, der Schnappverschluss von
Nukki-Ketten, Brillenetuis, Umblättern in Büchern - alles keine
Herausforderungen mehr.
Jeder Krümmel auf dem Boden und jedes Steinchen im Sand wird
gefunden. Dann allerdings auch direkt in den Mund gesteckt, was das elterliche
Reaktionsvermögen zusehends schult.
Außerdem quatscht Franka für ihr Leben gern. Auch wenn sie
kein Wort sprechen kann. Lalalalala, bababababa, dadadadada, jajajajajajajaja,
neineineinei.....

Stundenlang kann das gehen, besonders während der
Autofahrten oder beim Buch lesen. Uns bleibt natürlich vollkommen unklar, woher
sie das hat!
Laufen liegt groß im Trend. Von 2-händiger Unterstützung,
konnte mittlerweile bequem auf 1-händigübergegangen werden. Wenn auch noch
etwas hektisch und unkonzentriert drehtsie sich gern mal im Kreis. Insgesamt läuft
es sich aber zunehmend zügig und koordiniert.
Der Wohnwagen fördert das stetige rumhangeln des Kindes von
einer ecke in die andere.
Dies führt dazu, dass Franka sich besonders gerne im
Eingangsbereich des Wohnwagen „versteckt“ und immer wieder um die Ecke
schaut...in Erwartung der sie jagenden Eltern - um dann quietschend und quiekend
vor Freude hektisch nach links und rechts zu wuseln um uns zu „entkommen“.
Das Essen der Eltern wird immer spannender. Von Spaghetti
Bolognese, über Spaghetti Aglio e Olio bis hin zu Spaghetti mit Pesto (ja wir
waren halt in Italien) wurde alles mit Begeisterung verspeist.
Gellati noch und
nöcher und dazu Weißbrot. Also alles was das gesunde Babyherz begehrt.
Sobald irgendetwas motorisiertes um die Ecke kommt, sei es
ein Rasenmäher, Hochdruckreiniger, Motorräder oder Autos, wird alles stehen und
liegen gelassen und hektisch umher geschaut um das Geschehen nicht zu
verpassen.
Ach ja und die bereits erwähnten Bücher werden derzeit an
der Frankischen Börse
hoch gehandelt.
Besonders beim Aufwachen oder zum Einschlafen wird zum Buch gegriffen und
geblättert und „gelesen“.
Lieblingsspiel zwischen Vater und Tochter ist das so
genannte „Knuddelkloppen“. Das Kind und der Vater schmeißen sich aufeinander
und von links nach rechts. Dabei wird gekitzelt und gekrabbelt, bis einer von
beiden nicht mehr kann.
Die Interaktion zwischen Franka und uns wird also immer
stärker. Den Höhepunkt erreicht diese, wenn Franka und wir gemeinsam Grimassen
schneiden. Dabei verharrt Franka kurz mit weit aufgerissenen Augen und kugelt
sich dann lachend weg!
Der absolute Hammer!
Also liebe Franka:
Wir freuen uns über jeden Tag mit dir und
genießen die gemeinsame Zeit in vollen Zügen. Jetzt und auch in Zukunft. Wir
lieben Dich...
Alles Gute zum ersten Geburtstag
Dienstag:
Dienstag schauten wir uns Cap d´agde und Umgebung an. Dabei
wurde köstlich im Hafen von Marseillan gespeist. Anschließend fuhren wir ins
griechische Altstadtviertel Agde. Diese alte Hafenstadt bestach durch viele
bunte Fensterläden, eng Gassen und windschief Häuser. Wirklich hübsch
anzusehen.
Mittwoch:
Heute wurde die Fahrt nach Lacanau Océan angepeilt. Um halb
zwölf fuhren wir los und kamen um 19:00 Uhr in Lacanau an. Diese wirklich lange
Strecke wurde gut, aber am Ende müde überstanden. Nun hieß es wieder einmal
(und eines der letzteren Male) Wohnwagen ausrichten, Zelt aufbauen. Zur
Sicherheit wird morgen dann noch der Fernseher eingestellt (Samstag Champions
League Finale!!!!!!ohhhoh).
So nun schnell noch Nahrung besorgen! Gute Nacht.