Samstag, 27. April 2013


Tag 10 – 12: Dienstag – Donerstag

Nach sehr gelungenem Aufenthalt in Ligurien hieß unser nächstes Ziel Florenz.
Der Abreisetag bescherte uns noch einmal strahlenden Sonnenschein.

Also ab ins Auto und ins Navi die Adresse von Florenz eingegeben.

Das wir uns damit bereits einer ersten Herausforderung stellten war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Nach 2,5 Stunden mit friedlich schlafendem Baby auf den hinteren Rängen, erreichten wir dann Florenz. Doch leitete uns unser Navi (und das laut von uns eingegebener Adresse vollkommen zurecht) direkt ins Zentrum von Florenz. Denn wir erlagen leider dem Fehler, die korrekte Provinz von Florenz nicht mit ins Navi einzutippen...und eine Via San Cristofano gibt es in Florenz offensichtlich nicht nur einmal.
So galt es nun die Herausforderung zu meistern, mit einem Gespann von ca. 10 Metern durch den florentinischen Stadtverkehr zu kommen. Dies ist im Übrigen die Reallänge, es sei hier gesagt, dass das Gespann mit zunehmender Verkehrsdichte und Zentrumsnähe in den Flüchen des Fahrers überproportional schnell zu Dimensionen wuchs, die einem 40-Tonner Konkurrenz gemacht hätten, mit 40-Tonnen fährt es sich nun mal schlecht in der Stadt (15 Minuten Florenz: „Ja ne, kein Problem, neben die 10 Meter passen auf Höhe der Achse sicher noch 2-3 Roller“, nach 30 Minuten Florenz: „Ja ne kein Problem, mit 18 Metern Gespann an der dritten Ausfahrt im 4-spurigen Kreisverkehr raus...“. )

Nachdem uns die korrekte Eingabe des Zielortes wieder vor die florentinischen Stadtgrenzen lotste (Gespannlänge blieb diesmal konstant bei 10 Metern), gelang uns der nächste Coup.
Die Einfahrt zum Campingplatz wurde von der Hauptstraße aus problemlos erreicht,  auch die nachfolgenden Hinweisschilder wurden erkannt und befolgt, leider wurde die etwa, 10 Meter breite und mit bunten Flaggen versehende Einfahrt nicht wahrgenommen, sodass wir geradewegs in die oberhalb gelegenen Hügeln und Weinbergen einbogen. Hier verjüngten sich die Fahrbahn zu einer teilasphaltierten einspurigen Straße. Zum Zeitpunkt des Gewahrwerdens der Situation war an ein Wendemanöver mit dem nunmehr 25 Meter langem Gespann nicht mehr zu denken.
Die Gegend und die Aussicht über Florenz waren bestechend schön, wir fuhren an verschiedenen Villen mit Einfahrten und schmiedeeisernen Toren vorbei, doch der Glanz dieser Region wollte nicht recht zu uns durchdringen.
Nachdem das Gespann weiterhin an Größe und Gewicht zunahm, wie der Fahrer an Gewicht ab, konnte nach etwa 20 Minuten mit mehrmaligem zurücksetzen, wegen entgegenkommenden Verkehrs das finale Ziel erreicht werden.

Dann hieß es Platz aussuchen und den Wohnwagen aufbauen und ausrichten. Wir sind nun um die Fähigkeit reicher, dieses auch an leichter Hanglage - Level 1 - wasserwagengerecht durchzuführen.



Camping Internazionale Firenze


 Es erfolgte dann zielgerichtet der Aufbau Satellitenschüssel zwecks Verfolgen des anstehenden  Champions League Halbfinales gegen die königlichen.



extraterristrische Ausrichtung 
- ohne Worte - 
   







4:1 Heja BVB, Heja BVB, Heja, Heja, Heja BVB




Donnerstag machten wir uns dann auf den Weg nach Florenz. Wie sich herausstellte war dies in Italien ein Feiertag: Anniversario della Liberazione – Befreiung Italiens von den Deutschen.
Dies hatte zur Folge, dass es zu einer internationalen Touristeninvasion in Florenz kam.



Ponte Vecchio



"Fegefeuer der Eitelkeiten" - auf der Ponte Vecchio


Doch auch trotz der teils überfüllten Stadt, konnten wir schöne Eindrücke sammeln.
Im Gegensatz zu Genua, der Hafen- und Arbeiterstadt, gewinnt man durch die verschiedenen Palazzi und Piazzi schnell den Eindruck in einem historischen Roman zu sein. Prunkvolle Gebäude zeugen von alter Historie. Die Stadt der Medici ist nicht umsonst die Hauptstadt der Toskana und gilt auch aufgrund der Architektur und Kunst als Geburtsstätte der Renaissance.



Klassiker - Kopie des David von Michellangelo



Florenz gehört zu den Weltkulturerben der Unseco. Hierzu heißt es Antrag für die Aufnahme bei der Unesco, dass „jede Rechtfertigung hierfür lächerlich und unverfroren“ sei, da sich hier die „weltgrößte Anhäufung universell bekannter Kunstwerke“ befinde. (Quelle: Wikipedia)


Futter : Jetzt !

ausgeglichene Work-Life-Balance


Krämerladen für biologisch abbaubares Spielzeug

Unabhängig von den Ereignissen um uns herum, entwickelt sich Franka prächtig:
Mittlerweile kann Franka krabbeln, erachtet diese Form der Fortbewegung aber als irrelevant, da die Perspektive nicht annähernd so komfortabel erscheint, wie das Stehen und Gehen an elterlichen Händen. (Eltern haben aber leider Rücken)
Zudem ist ihr Wortschatz um die durchaus recht eingeschränkte Silbe „DA!“ bereichert worden.  Diese Silbe hören wir nun täglich von morgens und abends in variablen Formen und in Kombination eines Fingers, der in irgendeine Richtung weist und so relevante Dinge anzeigt, wie den Himmel und den Boden, Wolken, Vögel, Gras, Gänseblümchen usw.

Franka scheint unsere Tour bisher sehr gut zu bekommen. Sie macht jeden Ausflug, ob im Kinderwagen oder in der Manduca auf dem Rücken, problemlos mit, strahlt immer alle Menschen an und verzückt die kinderlieben Italiener/innen gleichermaßen.
Über mangelnden Kontakt können wir uns dank Franka nicht beschweren.



Bussurfing auf dem Weg zurück






Montag, 22. April 2013

Tag 5 - Tag 9: Freitag - Montag

Diese Tage lagen ganz im Zeichen der Steilhänge und den in den Himmel gebauten Häuserzeilen.
Am Freitag ging es erstmal mit der Bahn nach Riomaggiore und Corniglia.

 
Riomaggiore



Die Dörfer erreichten wir mit dem örtlichen Regionalexpress, da alle Straßen zu den Dörfern gesperrt waren.





Ab Samstag waren wir dann allein auf dem Campingplatz, weil Regen angesagt war.
Wir entschlossen uns kurzer Hand dem Regen mit einem Besuch Genuas zu entgehen.
Vorher erwartete Franka an ihrem 11-monatigen Geburtstag eine etwas zweifelhaftes Geschenk....


Auch für den Vater kein Spass

Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat Franka die Impfung mit der entsprechenden Fassung getragen und hat sie problemlos überstanden.



Genua genossen wir übrigens bei angenehmen Temperaturen und teils sonnigen Gegebenheiten...Zusammenfassung unserer genuesischen Eindrücke: 
typische Hafenstadt mit engen Gassen, einer Menge Leben und derbem Charakter.


Genua Ausblick



beindruckende Architektur Genuas


Der Sonntag stand dann wieder im Zeichen der Cinque Terre. Auch hier war von Regen keine Spur. Vielmehr  zeigten sich mal wieder  ein blauer Himmel in Kooperation mit dem Zentralgestirn. Deshalb sprangen wir erneut in die öffentlichen Verkehrsmittel -
diesmal mit dem Ziel Manarola und Vernazza.
 
Manarola von Corniglia aus







Vernazza vom Küstenpfad aus

Von Vernazza ging es via Wanderpfad entlang der Küste nach Monterosso.


Nach guten 1,5 Stunden erreichten wir etwas erledigt bei weiterhin feinster Wetterlage Monterosso und schafften es entsprechend müde in unsere Kojen.
  
Wenn man durch die kleinen,extrem verwinkelten Gassen der Dörfer wandert, hat man fast den Eindruck, in einer Welt zu sein, diese seien nur für den Besuch von Touristen gebaut worden. Und dann blickt man um die Ecke, sieht eine alte Omi mit dicken Wollsocken und Strickjacke, die Zitronen vom Baum pflückt. Das Leben findet hier seit Jahrhunderten in der Senkrechten statt.


Der heutige Tag stand dann mal im Zeichen der Entspannung und kalkulierten Planungslosigkeit!
Man könnte sagen, das Dolce Vita hat uns wohl so langsam erfasst.


"Eine Million Dollar!"

Stay tuned.....


Freitag, 19. April 2013


Prolog
Willkommen liebe Reisebegleiter, hiermit startet unser Versuch ein kleines Reisetagebuch für alle Daheimgebliebenen zu verfassen. Wir hoffen dann nicht alles nochmal erzählen zu müssen. Außerdem wird dies ein herrvorragender Speicher für uns selbst sein.


Vorwort
Ein langer Weg der Vorbereitung geht zu Ende und gleichzeitig beginnt damit für uns drei ein 2-monatiges kleines Abenteuer.
Am Anfang unserer Planung der Europareise, mussten wir uns zunächst einmal Gedanken über die Form der Unterkunft machen.

Aus der Idee, die Reise in Mietunterkünften zu verbringen, reifte im Laufe der Zeit die Überzeugung diesen Trip mittels mobilem nicht motorisiertem Eigenheim umzusetzen.



Danach galt es die Route für unseren Trip zu finden. Aus den unterschiedlichsten Wünschen der Teilnehmer, wurde am Ende eine Rundreise, welche Cornwall, die Atlantikküste Frankreichs, Korsika, die Amalfiküste und Ligurien einschloss. Unsere Tochter schloss sich der Planung vorbehaltlos an.

Zunächst sollten die Ziele auch genau dieser Reihenfolge entsprechend angesteuert werden. Jedoch aufgrund der diesjährigen Wetterlage, welche das Färben der Eier zum Fest der Auferstehung obsolet machte, begannen wir an den Tourplänen zu zweifeln. 
Als schließlich selbst die Schafe in England in den Schneemetern Cornwalls untergingen und nur noch via Helikopter zu retten waren (Nebenbemerkung: hier machte es offensichtlich erstmals Sinn das schwarze....naja) entschieden wir die Route umzudrehen. 

Damit stand fest....
1. Ziel Ligurien!!


Und nun, viel Spass beim Lesen liebe Mitreisenden...

 
1. Tag, Montag Anfahrt Ligurien:



Da Ligurien im nordwestlich Teil Italiens liegt, galt es zunächst die Strecke von Witten nach Levanto, am ligurischen Meer gelegen, einzuteilen.



Wir planten unsere Abreise am Montag nachmittag und hofften auf dem letzten Truckstop vor dem  Gotthardtunnel unsere 1. Übernachtung zwischen LKWs und an der Autobahn machen zu können.
Am Folgetag sollte die Weiterfahrt zum Endziel Cinque Terre, Levanto erfolgen.



Die Länge der Strecke flößte nicht nur uns, sondern auch allen Planungsbegleitern Respekt ein. Deshalb behielten wir uns auch vor, ggf. früher zu halten um die erste Nacht in unserem Eigenheim zu verbringen.



Mit einer Stunde Verspätung begannen wir unsere Fahrt von Witten aus und kamen zunächst hervorragend voran. So schafften wir es gegen 23:00 Uhr an die Schweizer Grenze. Die Vignette für den Inselstaat wurde natürlich noch auf deutschem Boden gekauft. Durch die freundlichen Schweizer Grenzbeamten wurden wir jedoch darauf hingewiesen eine 2. Vignette für den Wohnwagen für den Unkostenbeitrag von 33,50 € zu erstehen. Somit dürfen wir jetzt ein Jahr lang in der Schweiz campen.Yes. 
Nach einer strassenbaulich bedingten Vollsperrung der Autobahn gegen 1:30 und einer innerstädtischen Umleitung durch Luzern erfolgte eine erneute Sperrung diesmal zum Zwecke einer routinemäßigen Kotrolle. Offensichtlich hatten die Beamten in Anbetracht der Uhrzeit, unserer Gesichter und dem offensichtlichen Wunsch in den Urlaub zu fahren, Mitleid und ließen uns passieren, sodass der Rastplatz vor dem Gottardtunnel gegen 2 Uhr erreicht wurde.

An dieser Stelle müssen wir das größte Lob unserer absolut lieben und fröhlichen Tochter widmen, die den gesamten Weg nicht ein einizges Mal gemeckert hat und diesen Streckenabschnitt damit überhaupt erst möglich gemacht hat.



Zwischen den steilen Wänden der Alpen hieß es nun - Kurbel rauß, Stützen runter, rein ins Bett und nach ein paar Minuten des Ausgleichs unseres vestibulären Systems und der konsequenten Ausblendung der Autobahnkulisse - komatöser Schlaf.



2. Tag, Dienstag, Weiterfahrt nach Levanto:

Morgens erwachten wir im traumhaftem Alpenpanorama. 

Franki erwacht Südlich des Weißwurstäquators

 Nach kurzem Snack ging es dann direkt weiter auf die Autobahn. Kurz nach dem Tunnel erwarteten uns bereits traumhaftes Wetter und sonnige Temperaturen. 
Nach einer kurzen Unterbrechung zum Tanken befand sich leider ein Schlüssel zwecks Sonnebad noch auf dem Autodach, um einige hundert Meter später scheppernd vom Dach zu fallen und dafür zu sorgen, dass das erste Trainingprogramm des Urlaubs zum Zwecke einer erfolgreichen Auffindung des Selbigen absolviert wurde. Check.

Nach traumhafter Fahrt entlang der italienischen Riviera kamen wir mit Hilfe von unzähligen Serpentinen am Fuße der Berge in Levanto an und schlugen mit unseren Wohnwagen auf dem Campingplatz "Cinque Terre Levanto" auf.

Parkplatz des Campingcommanders

Es schloss sich sogleich eine Erkundungstour an die die örtliche Promenade an und wir hielten das erste Mal die Füße ins Mittelmeer. Wir genossen die nachmittäglich wärmende Sonne und Ruhe.






3. Tag, Mittwoch:

Nach dem Zeltaufbau konnten wir einen schönen Spaziergang durch Levanto Centro genießen und legten uns in die Bucht.
Strand, Sand, Meer, hinter uns die Berge, um uns herum die ins Wasser fallenden Steilhänge und wirklich super schöne Häuschen und alte Villen, lassen verstehen, warum man hier dem süßen Müßiggang fröhnen kann und auch wird.






4. Tag, Donnerstag:

Da wir nur ein Dorf vom Weltkulturerbe Cinque Terre entfernt sind, fuhren wir ins erste der 5 Dörfer Monterosso. Die Cinque Terre bestechen durch die steil in den Hang gebauten Häuser, die in verschiedensten Pastelltönen getünchten Häuser und die terrassiert angelegten Weinhänge hinter diesen Dörfern. In dieser Kulisse ließ es sich hervorragend sonnen und baden. Das Mittelmeer ist zwar noch recht erfrischend, aber 
Meer ist Meer....
 

Bucht von Moterosso

Monterosso Yachtclub - No Members


Meerblick Monterosso