Mittwoch, 5. Juni 2013


 Tag 48 - 53 - Donnerstag bis Dienstag:

So liebe Leser, wir nähern uns in unterschiedlich zu bewertenden Schritten der finalen Runde unserer Reise und möchten euch nun über unsere Schritte im Vereinigten Königreich berichten....
Viel Spass

Donnerstag:
Die Anreise nach Roscoff dauerte insgesamt 8 Stunden. Die ersten 6 Stunden fuhren wir an einem Stück, da Franka super mitmachte und keinerlei Probleme mit der Fahrt zu haben schien.
In Roscoff ankommend wurden wir erwartungsgemäß von einer guten Organisation im Hafen überrascht. Wir konnten bei Ankunft direkt auf das Schiff und genossen beim Essen den traumhaften Sonnenuntergang an Deck.


nicht kitschig!

Nach Umstellung der Uhren ging es dann um 6:30 Ortszeit etwas übermüdet von Bord. 


Ausfahrt vor ihnen

Nun hieß es Linksverkehr. Erstmals nicht mit einem Mietauto, sondern mit eigenem eigenem Gefährt nebst Anhänger und fehlendem Wohnwagenaußenspiegel.
(Rückschau der Autoren: Es könnte ggf. bisher unerwähnt geblieben sein, dass dem Fahrerduo der rechte zusätzliche Seitenspiegel mehrfach abhanden kam. Das lag in Neapel z.B. an dem linken Seitenspiegel eines geparkten Autos, den wir „touchierten“ und wodurch unser Seitenspiegel erstmals unsanft auf dem Boden flog. Das zweite Mal verloren wir den rechten Spiegel auf Sardinien unter Einwirkungen der rauschenden Geschwindigkeit auf der Fahrt nach Santa Teresa. Dort zersprang dann das Spiegelglas so sehr, dass man dieses vorsichtig als unbrauchbar einstufen konnte.)

Unser ursprünglich geplantes Ziel Tintagel ließen wir zugunsten Newquays (Surf-City, UK) links liegen. Wir erreichten den Ort nach etwa 1,5 Stunden unfallfrei und suchten uns einen Zeltplatz. Hier wurden wir nach feiner britischer Art in Empfang genommen. Da wir nicht reserviert hatten und der Platz aufgrund aktueller Ferien recht voll war, musste uns ein pitch vorbereitet werden. Das hieß - der Rasen wurde gemäht - really british.
Die Pause wurde dann von uns für ein echtes englisches Breakfast genutzt. Bei Spiegelei, gebutterten Toast, Baked beans, sausages und Rösti genossen wir die ersten englischen Sonnenstrahlen.

Wir bauten zügig, mittlerweile geübt in Ausrichtung, Einrichtung des fahrbaen heims und Ausräumen des Autos, auf und begaben uns zur Location-Schau nach Newquay. Newquay versteht sich als die Stadt im englischen Königreich, in dem erstmals dem Wellenreiten nachgegangen worden sei. Es bietet in verschiedenen Buchten insgesamt sieben, oder je nach zählweise 10 Strände. Entsprechend findet man eine Menge Surfflair und – Menschen –

vier der "seven beaches" von Newquay


Die „seven beaches“ von Newquay empfingen uns bei strahlendem Sonnenschein. Da die Briten noch bis Sonntag Ferien haben, waren die Strände gut gefüllt. Wir genossen das bunte Treiben am Fistral beach (Hauptstrand) von den hohen Klippen aus.

Fistral north
sharks! sharks ! sharks!

Danach ging es zu den nahegelegenen Bedruthan Steps.
Man findet hier haushohe Felsblöcke in einer großen Bucht an einem Sandtrand gelegen. Vollkommen gefangen genommen von der Schönheit und beeindruckt von so wundervoller Natur allein bereits von oben, gingen wir die steile Treppe hinab. Diese Bucht ist einfach unbeschreiblich. Im Angesicht so eines spektakulären Naturschauspiels blieb uns nur das Staunen und demütiges Bewundern.


Bedruthan von oben


Zusätzlich hatten wir Glück mit dem Timing, denn die Bucht füllt sich bei Flut komplett und hat wohl schon den ein oder anderen Unvorsichtigen verschluckt. Wir kamen genau zum Zeitpunkt der Ebbe an und konnten daher ohne Gefahr den nun riesigen Sandstrand entlangspazieren.

Bedruthan bei Ebbe


Fussspuren

An den Felswänden hingen bis zu einer Höhe von etwa 4 m die noch lebenden Muscheln.


Muschelbank

Bis zum Hals....

Die Bilder dienen an dieser Stelle mehr der Dokumentation, denn sie fangen vermutlich nur annähernd diese spektakuläre Kulisse ein, die man wohl als die beeindruckendste der bisher gesehenen Buchten bezeichnen kann.


Samstag:

Heute standen St. Ives und Cape Cornwall zur Erkundung an.
St. Ives blickt auf eine lange Künstlergeschichte zurück und man findet noch heute zig Galerien und Ausstellungsräumchen. Wir wurden vom Charme dieses Ortes schnell erfasst schnell, denn die kleinen Häuschen und engen Gassen sorgen für einen very british style.
Es war allerdings wirklich recht voll, da die noch schulfreien Briten auch schon von St. Ives gehört zu haben schienen.

St. Ives von oben

Das störte indes nur wenig. So konnten wir noch häufiger die Gelegenheit nutzen und dem Oxford English mal wieder richtig frönen.
Ein Traum - awesome, gourgeous, lovely.... Es macht einfach Spass zu zu hören.

Auf Geheiß der Reisezeitschrift Merian kehrten wir zum Mittag ins Seafood Cafe ein.
Wie man sicher weiß ist dies eine für uns nicht  alltägliche Entscheidung.
Denn -  2 von 3 Reisenden essen eigentlich so gut wie gar keinen Fisch. Aber wir hatten uns vorgenommen dies auf der Reise partiell zu durchbrechen...
Und wir dürfen verkünden: Es hat sich gelohnt! Denn der Tipp war wirklich gut. Das Cafe war stilvoll und hübsch eingerichtet.  Die Frischfischtheke bot den morgendlichen Fang der örtlichen Fischer an. Der Seehecht mit Kartoffelpüree und der Seafood-Mix waren wirklich delicious. Wir kommen der Sache näher....

Strandbucht St. Ives

Danach machten wir uns auf den Weg zu Cape Cornwall. Dieser Zipfel des Landes ist zwar weder der Westlichste (das wäre Land´s End – 6 km weiter und in Sichtweite) noch bietet er sonstige geografische Extreme, aber wer fragt schon nach so was im Anblick dieser landschaftlichen Pracht?


Heinz baut Klippen - Yes
Cape Cornwall


Körperlich angenehm erschöpft von den Eindrücken schmissen wir abends erneut den Grill an und fielen danach müde ins Bett.


Atlantik im Rücken
Sonntag:

The Lizard und St. Mawes
Der südlichste Zipfel Englands ( geographisches Extrem!!) liegt ca. 50 km von unserem Standort entfernt, daher machten wir uns auf die Socken selbigen zu besuchen.
Wir hatten einen weiteren Tag enormes Glück mit dem Wetter und konnten die traumhafte Landschaft um Lizard Point bei blauem Himmel und Sonnenschein genießen.

In einem kleinen Café gab es dann stilecht den nachmittäglichen CreamTea.
Diese britische Vesper besteht aus einem Kännchen Tee (Earl Grey, Green or Herbal), Scones
(Mischung aus Brot und Kuchen), dazu ein Schälchen cornish Clotted Cream
(eine Art süßer Rahm/ Sahnecreme) und Marmelade.
Eine wirklich feine Zusammenstellung und eine gute Mahlzeit
...der Blick auf die Bucht von Lizard rundete den Genuss hervorragend ab.


Cream Tea

Danach ging es in das kleine Hafenstädtchen St. Mawes. Hier empfing uns das erwartet klassische Bild von Cornwall. Nicht nur die traumhaften Straßen mit Blick über Weiden und entlang des Meeres, sondern auch die kleinen „Cottages“, die weiß getünchten Natursteinhäuser und die Segelboote in der Bucht gehörten hier genauso dazu, wie die Strohhüte der älteren Herrschaften bei Afternoon-Cream-Tea.


St. Mawes


Ein traumhaftes kleines Dörfchen.
Die Häuser, die Einrichtung, und die Region verschafften eine Menge Inspiration für das eigene Heim. 

Bei Brot, Oliven, Strongbow und Milchbrei für das Baby, genossen wir die Ruhe und den Frieden der sanft schaukelnden Segelboote im Sonnenuntergang.

Oliven ? Ich hau ab.....

Montag:Lost garden of Heligan und Mevagissey

Besonders typisch für England sind die Gärten und genau einen solchen Garten besuchten wir Montag. The Lost Garden of Heligan war Jahrzehnte lang in Vergessenheit geraten, bis ein Holländer das Areal entdeckte, es quasi restaurieren ließ und somit einen neuen alten Garten schuf. Er entspricht in der Nutzung und Bepflanzung des ursprünglichen Gartens .


Lost Gardens of Heligan mit neuen Töpfen


Die 11 ha schafften wir zwar nicht ganz, aber wir konnten schöne Eindrücke und interessante Pflanzenwelten entdecken.
Im „Hyde-Park-Bereich“ des Gartens saßen wir (wie soll es auch anders sein) wieder in der Sonne und Franka genoss ihren Lunch.

frisch geschnitten


Danach besuchten wir das Fischerdörfchen Mevagissey. Der aktiv genutzte kleine Hafen dient den Fischern heute noch als „Handelsplatz“ der  frisch gefangenen Waren und somit setzen besonders die Cafés und Restaurants vor Ort eben diese auch ein.


Mevagissey Hafen


Da unser Hunger aber nicht allzu groß war, beschränkten wir diesmal unseren Lunch auf Fish & Chips. Etwas eigentümlich und uns bisher unbekannt, ist der reichhaltige Einsatz von Essig auf eben selbigem Fast Food. Dies tut der geschmacklichen Auswüchse allerdings keinerlei Abbruch und so entwickeln wir uns offensichtlich noch zu reichhaltigen Fischkonsumenten.


Ladies first


Von einer älteren Dame des Ortes wurden wir darauf hingewiesen, das Essen zu schützen, da die Möwen einem die Chips von der Hand klauen. Ein entsprechender Anschleichversuch des gefiederten Nahrungsdiebes konnte zum Glück frühzeitig entlarft und das Mahl gerettet werden.


Hafenidylle

Weg he -  Superhirn
Dienstag:

Da bei surforecast.com eine 3/10 für die Wellen ins Fristal Beach in Newquay angesagt waren, stand eine Tourpause zur Bräunung, zum entspannen am Strand und Boarden an.
Die Wellen waren dann auch erwartungsgemäß hervorragenden und so genossen wir einen Strandtag, den wir ebenso für morgen planen.