Mittwoch, 15. Mai 2013

Tag 28-32: Samstag bis Mittwoch

Samstag:
Heute ging es dann zur Gala Gorroppu im Supramonte Gebirge. Wir fuhren erneut die mit großartigen Ausblicken und Kurven bestückte SS125 nordwärts. 

SS125 auf dem Salinapass

Bei Km 183 und auf einer Höhe von etwa 1000 m über dem Meeresspiegel nahmen wir den Einstieg zur Gola. Auf dem Silanapass wurde das Auto geparkt. 


Startpunkt: Abstieg zur Gola Gorropu

 Es gibt grundsätzlich 2 Möglichkeiten zum Eingang der Schlucht zu gelangen.
Zum einen unseren geplanten Weg, der einen Abstieg von 650 Höhenmeter bedeutet. Zum anderen den offiziell einfacheren Weg. Hierzu muss man etwa 20 km weiter fahren und gelangt dann ins Tal. Von dort aus läuft man von der anderen Seite auf die Schlucht zu. Man erspart sich jedoch die Höhenmeter.
Wir starteten gegen 10:00 bei frischen 15 Grad und unter blauem Himmel den Abstieg. Auf gerölligem Untergrund ging es an alten Korkeichen und Ziegen vorbei abwärts. Man konnte herrlich über das Tal blicken und den Flusslauf erahnen, zu dem man sich vorarbeiten durfte, um in die Schlucht zu gelangen. Der Weg wechselte im Verlauf auch auf Geröllfelder, auf welchen nur ein schmaler Grad zum Gehen blieb. Man hatte jedoch die ersten 90 Minuten ein relativ trittsicheres Gelände. Die Temperaturen nahmen zum Mittag hin zu, aber die Bäume spendeten uns immer genug Schatten, so dass auch die Tochter wohl keine allzu große Hitze empfand. Als wir an der letzten Abbruchkante ankamen schoss ein ordentlicher Wind den Berg hinauf. Die letzten 40 Minuten Abstieg waren dazu doch recht abschüssig und auf dem kieseligen Untergrund auch rutschig. Aber bis zum Flussufer kamen wir sturzfrei.


Blick über das Tal - Flußufer ist das Ziel

Am Eingang zur Schlucht sahen wir dann das provisorische Kartenhäuschen. Für 5 Euro pro Schluchtenjodeler und nach Erhalt einer kleinen Einführung in das Gelände ging es hinein.
Da man sofort zwischen haushohen Felsen hindurch, darauf rutschen und klettern musste, war schnell klar, dass wir mit Franka nicht wesentlich weiter in die Schlucht gehen würden.
Wir teilten uns daher auf und machten uns jeweils allein auf den Weg.


Alle tragen Helme

Es bot sich ein atemberaubender Anblick in die Schlucht und zwischen den 500 m hohen Felswänden. Wir gingen etwa 1 km hinein.


Sonneneinfall in die Schlucht


Umkehrpunkt.....

Steine hüpfen

Grundsätzlich ist es auch möglich komplett durch den „Grand Canyon“ Europas zu gehen. Dies sei aber nur mit einem Exkursionsleiter und Kletterausrüstung sinn- und sicherlich im gleichen Maßen reizvoll.

Als Tip: Eine ähnliche Wanderung kann man auf Mallorca im Torrent de Pareis machen. Hier startet man auch oberhalb in den Bergen in einem Flußbett (je nach Jahreszeit auch Wasser führend) und landet nach gut 3-4 Stunden Kletterwandern (keine Ausrüstung nötig) in einer türkisblauen Badebucht und kann dann mit dem Bus den Berg hinauf. Auch sehr zu empfehlen.

Da wir als Trio nun aber mal einen Tragling dabei hatten, konnten wir die Gorroppu nur am Anfang genießen. Dies war am Ende ein Vorteil.
Denn der Weg zurück stand ja auch noch an. Unsere Einschätzung nur drei bis vier starke Aufstiege vor uns zu haben, stellte sich zügig als falsch heraus. Es ging einfach immer bergauf und niemals auf ebener Strecke gerade aus.
So wurden das eigene Körpergewicht und der ½ „Wanderer“ zusehends gewichtiger.
Nahe dem körperlichen Kollaps, mehreren Flüchen in Richtung eines Schuldigen für diese Qual (wurde bis heute nicht gefunden) erreichten wir nach insgesamt 7,5 Stunden auf den Beinen sehr anaerob unser Gefährt.

Der Abend gestaltete sich entsprechend langsam und nach einer Pizza aus dem Restaurant war die Messe gelesen.


Sonntag:
Aufgrund der körperlichen Strapazen vom Vortag und des bewußt werdens des  Schmerzlevels bereits beim Besuch der Sanitäranlagen, lag der Schluss nahe den Tag möglichst inaktiv zu verbringen. Zu diesem Zweck okkupierten wir die Campingplatz eigene Bucht.
Das wars .....

Montag:
Nachdem grundsätzliches Interesse an einer erneuten Wanderung bestand, wurde als nächstes Ziel die Cala Luna auserkoren. Diese Bucht kann nur mit dem Boot oder auf Schusters Rappen erreicht werden. Von Cala Gonone (etwa 70 km nördlich von uns) ging es zur Cala Fuili noch mit dem Auto.
Hier begann dann die Küstenwanderung. Insgesamt müssen hier nur maximal 130 Höhenmeter überwunden werden. Gut so....


Aussicht auf den Wanderweg

Bei etwa 24 Grad ging es wieder im Unterholz und auf steinigen Pfaden zur Bucht. Man hatte hier wunderschöne Ausblicke auf das türkisblaue Meer und die Steilküste. 



Cala Fuili


obacht Unterholz

Hauptsache eine sieht was....

Der Weg war insgesamt recht gut zu Gehen. Er bot jedoch einige recht knifflige Passagen, die aber vom Traglingträger (Stephie) gut überwunden wurden. Nach etwa 2,5 Stunden konnten wir die Bucht erreichen und sahen sie sichelförmig ( und damit namensgebend) vor uns liegen. Wir hielten die Füße ins kühle Nass und lagerten vor den Höhlen der Bucht. 


Cala Luna von oben

Cala Luna von mitendrin

Kaltes Wasser

Hier sind auch einige spektakuläre Kletterrouten direkt am und über dem Meer.



no gravity

 
Lässigerweise ging es dann am Nachmittag mit dem Boot zurück ins Dorf.
Insgesamt war dies ein wirklich gelungener Tag in einer traumhaften Bucht.


Dienstag:
Unsere Abreise war zunächst für den Mittwoch geplant.  Da Micha, als Helfer in der Not, seine Spiegelreflexkamera per Express geschickte hatte, galt es nun auf die Ankunft vor Ort zu warten. Wir bereiteten alles für eine mögliche Fahrt morgen vor, genossen einen erneuten Sonnentag und gingen alle drei locker im Pool planschen.

Da unser Zugfahrzeug in den letzten Tagen einige merkwürdige Geräusche von sich gab, galt es diese zu erkunden.
Leider kam die Kamera bis heute Abend nicht an, so dass wir auf jeden Fall noch am Mittwoch hier sein werden. Es gibt Schlimmeres.
Am Abend wurden Burger gegrillt und weitere  Kontakte zu den Mitcampern aufgenommen. Man muss wohl bis nach Sardinien fahren um Wittener zu treffen.....


Mittwoch:
Heute war ein bedeckter Tag mit kühlen Temperaturen, so um die 14-15 Grad.. Ein perfekter Tag zum Abhängen und Auto reparieren. Zum Glück kamen die Geräusche von einer Plastikabdeckung unter dem Motorraum, welche wieder einfach zu befestigen war. Hierbei wurde Kontakt zu einem sehr netten Schweizer Paar aufgenommen, die eine Menge Reisetipps für Korsika bereithielten.
Nachdem zwischenzeitlich ein ordentlicher Wind blies und es regnete hat sich das Meer in unserer Bucht deutlich aufgewogen. Die Wellen waren in Teilen durchaus surfbar, aber eigenltich wohl doch nur für übermotivierte Nichtschwimmer.

Letzten Endes ist Matze dann doch nicht in den Neopren gesprungen. Es war dann doch ein gemütlicher Abend mit rauher See im Hintergrund.
Jetzt noch den Kamin an....


In diesem Sinne
Das Trio


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